Stell Dir vor …

»Imagine all the people, livin’ life in peace« –
wer kennt nicht diesen Vers aus der berühmten Friedenshymne, die John Lennon 1971 veröffentlichte und die bis heute kaum mehr als ein schöner Menschheitstraum geblieben ist. Sollte man deshalb aufhören zu träumen?

  • Text Dirk Fütterer

Sind Träume wirklich nur Schäume? – Gerade in Zeiten, in denen Krisen und Umbrüche unseren Alltag bestimmen, braucht es doch Worte, Bilder und Visionen, an denen man sich wärmen und orientieren kann. Und ist das Entwerfen von möglichen Zukünften und Luftschlössern nicht vielleicht eine der wichtigsten Aufgaben von Gestalter:innen?


Only the sky is the limit. In diesem Sinne haben rund 30 Studierende im Rahmen eines Typografie-Seminars an der Hochschule Bielefeld ihren Freiraum genutzt, um ihren Gedanken und Träumen Gestalt zu geben. Unter dem Titel »Stell Dir vor, …« sind Zines for Future entstanden – kleine, unabhängige Publikationen, die zeigen, was die Studierenden aktuell beschäftigt und wie sie sich eine bessere Zukunft vorstellen. Die Aufgabenstellung war bewusst offen formuliert und sollte soll dazu inspirieren, erzählerisch Grenzen zu überwinden, neue Horizonte zu entdecken und eigene Utopien zu entwerfen. Ob Fantasien von morgen oder der Traum von einer besseren Welt – der Vorstellungskraft waren keine Grenzen gesetzt.


Im Seminar skizzierten und entwickelten die Studierenden mehrere Ansätze und produzierten schließlich eine kleine Auflage. Die entstandenen Zines spiegeln eine beeindruckende Vielfalt wider: Sie sind persönlich, politisch, poetisch – manchmal witzig, manchmal nachdenklich, manchmal provokant. Gemeinsam zeigen sie, dass sich Träumen tatsächlich lohnt: als kreativer Prozess, als Ausdruck von Haltung, und als Investment in die Zukunft.

  • Austellungsgestaltung Julia Hildebrandt, Nina Michler und Alina Suchan
  • Fotografie Jannik Henk